Ein grünes Herz für
Österreichs Wirte und Wirtinnen
Nikolaus Prokop

Nachhaltigkeit ist angesichts von Klima- und Umweltkrise zu einem der wichtigsten Schlagworte in der globalen Wirtschaftswelt geworden. Auch die heimische Wirtshausgastronomie hat die Zeichen der Zeit längst erkannt, viele der österreichischen Klein- und Familienbetriebe sind daher sehr um nachhaltiges Agieren in ihrer Betriebsführung bemüht. Dieses besondere Engagement ist allerdings bei Gästen und in der Öffentlichkeit oft noch viel zu wenig bekannt – der führende heimische Gastro-Guide „Wirtshausführer Österreich“ und METRO wollen dies im Rahmen der Kooperations-Initiative „Nachhaltig Wirten“ grundlegend ändern.

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achhaltiges Wirtschaften ist in den letzten Jahren zu einem der wohl wichtigsten Stichworte in sämtlichen Wirtschafts- und Unternehmensbereichen geworden. Für die österreichische Gastronomielandschaft muss man die Formulierung allerdings ein wenig abwandeln: Elisabeth und Klaus Egle, das engagierte und langjährige Herausgeberduo des Wirtshausführers Österreich, haben schon 2019 die Initiative „Nachhaltig Wirten“ ins Leben gerufen. Schon seit 1999 publizieren die beiden Marketing- und Kulinarik-Profis den wohl zuverlässigsten Wegweiser zu den besten Wirtshäusern in Österreich, der sich im Lauf der Jahre zu einer echten Institution entwickelt hat: Wer die besten Tipps und Empfehlungen zu rund 1.000 Genussadressen nicht nur in Österreich, sondern auch in benachbarten Regionen wie der Adria, Istrien, Friaul-Julisch Venetien, Slowenien oder Südtirol sucht, kommt um die Lektüre des höchst umfangreichen und kompetenten Wirtshausführers kaum herum – und freut sich zusätzlich z. B. auch über den im Guide integrierte Weinguide, da Klaus Egle als einer der führenden Wein-Autoren des Landes auch gleich zahlreiche spannende Verkostungsnotizen und Weinempfehlungen von rund 250 österreichischen Top-Weingütern mitliefert.

DIE BESTEN TIPPS UND EMPFEHLUNGEN ZU RUND 1.000 GENUSSADRESSEN NICHT NUR IN ÖSTERREICH, SONDERN AUCH IN BENACHBARTEN REGIONEN WIE DER ADRIA, ISTRIEN, FRIAUL-JULISCH VENETIEN, SLOWENIEN ODER SÜDTIROL FINDET MAN IM WIRTSHAUSGUIDE.
Mehr Sichtbarkeit für nachhaltige Wirte und Wirtinnen

Da die Zeichen der Zeit auch in Österreichs Gastro- und Lebensmittelbranche voll im Wandel zu mehr Nachhaltigkeit, Regionalität und verantwortungsvollem Genuss stehen, setzt die Wirtshausführer-Initiative „Nachhaltig Wirten“ hier in Kooperation mit METRO Österreich nun schon seit geraumer Zeit besonders wertvolle Impulse. Denn viele Wirte und Wirtinnen leisten mit ihren nachhaltigen Aktivitäten einen entscheidenden Beitrag für den Klimaschutz und den Erhalt unserer Umwelt, der allerdings oft noch viel zu wenig in der Öffentlichkeit bekannt ist und entsprechend geschätzt und respektiert wird. Die Wirtshausführer-Initiative „Nachhaltig Wirten“ hat es sich daher zum Anliegen gemacht, diese wertvollen Leistungen sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Nach einem umfassenden Kriterienkatalog wurden zahlreiche Gastrobetriebe in den verschiedensten Nachhaltigkeitskategorien von wirtschaftlich bis sozial bewertet. Aktuell können sich schon über 400 Wirte und Wirtinnen über die besondere Auszeichnung „Wirtshausführer Grünes Herz“ für ihre konsequent nachhaltig geführten Betriebe freuen – und es werden ständig mehr.

Als Vorbilder sowie Botschafter und Botschafterinnen für nachhaltige Gastronomie sollen die Wirte und Wirtinnen freilich nicht nur im Rahmen der „Nachhaltig Wirten“-Initiative entsprechend prämiert und gelobt werden, sondern darüber hinaus auch öffentlichkeitswirksam vor den Vorhang gebeten werden. In Kooperation mit METRO Österreich hat der Wirtshausführer daher bei ausgewählten Wirtshausbetreibern und -betreiberinnen im Rahmen von umfangreichen Interviews nachgefragt, was es für sie tatsächlich im oft fordernden Gastro-Alltag bedeutet, nachhaltig zu wirten und zu wirtschaften. Ein besonderes Anliegen war es dem Herausgeber und der Herausgeberin dabei, nicht nach absoluter – und oft unrealistischer – Perfektion in der Umsetzung von gastronomischen Nachhaltigkeitskonzepten zu suchen, sondern im Sinne eines Rundum-Gedankens die praktische Umsetzung im Alltag nachvollziehbarer zu machen, die oft in vielen kleinen, aber umso wertvolleren Einzelschritten in Richtung Zukunft besteht.

Positiv motivieren statt kritisch bemängeln

„Der Wirtshausführer hat sich schon von Anfang an immer als Positiv-Führer verstanden, der nicht etwa ein Lokal kritisiert, weil vielleicht einmal ein Rehnüsschen eine Spur zu durchgebraten war“, erläutert Klaus Egle die achtsame und motivierende Philosophie hinter der „Nachhaltig Wirten-Initiative. „Deshalb verstehen wir uns auch nicht als Kritiker und Kritikerinnen, sondern als echte Partner und Partnerinnen sowie Unterstützer und Unterstützerinnen der Wirte und Wirtinnen, die täglich mit unglaublich vielen Herausforderungen und Aufgaben konfrontiert sind. Aus dieser Haltung heraus ist die Idee zur Auszeichnung ,Nachhaltig Wirten‘ entstanden, bei der es nicht nur darum geht, nachhaltig zu denken und zu handeln, sondern auch als Wirtin und Wirt einen wertvollen Wettbewerbsvorteil und ein Marketingtool in die Hand zu bekommen, das den Betrieben weiterhilft. Das ist umso wichtiger, da man als Wirt und Wirtin permanent in der Öffentlichkeit steht und damit auch eine Vorbildfunktion hat. Außerdem erhalten bewusst und verantwortungsvoll genießende Gäste durch das Grüne Herz für ‚Nachhaltig Wirten‘ eine wertvolle Orientierungshilfe bei ihrer Entscheidung, welches Lokal sie nicht nur aufgrund kulinarischer Gesichtspunkte, sondern auch aufgrund zeitgemäßer Nachhaltigkeitskriterien besuchen wollen.“

FISCHRESTAURANT SICHER, TAINACH, KÄRNTEN
Was Küchenchef Michael Sicher aus Saibling und Forelle, Kärntner Flusskrebsen, Kräutern und Aromen zaubert, ist stets aufs Neue bewundernswert. Auf Nummer sicher geht man auch, indem man die Weinbegleitung in die Hände seines Bruders Wolfgang Sicher legt – in einem der besten und konsequent nachhaltig geführten Fischrestaurants des Landes in traumhaft idyllischer Lage.

Im Jahr 1972 übernahm Alfons Sicher mit seiner Frau Erna ein altes Sägewerk in Tainach bei Völkermarkt von seinem Vater und machte daraus einen Gastbetrieb, der sich über mehrere Generationen hinweg dank unermüdlichem Einsatz der ganzen Familie zum gemütlichen Top-Restaurant Fischrestaurant Sicher entwickelte. 1994 übernahm Michael Sicher gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Wolfgang den elterlichen Betrieb, der heute längst als eines der besten Fischrestaurants des Landes gilt. Mit dem einzigartigen „Sicher-Saiblingskaviar“ produziert Familie Sicher eine weithin begehrte Spezialität. Küchenchef Michael Sicher züchtet ganz im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensphilosophie seine Fische selbst und pflegt zusätzlich einen fantastischen Kräutergarten mit 200 verschiedenen Pflanzen – und Restaurant-Chef Wolfgang Sicher macht aus Gästen im Handumdrehen Freunde bzw. Freundinnen und spielt virtuos auf der Klaviatur seines bestens sortierten Weinkellers. 

Neben dieser motivierenden, fördernden und öffentlichkeitswirksamen Funktion ist der „Nachhaltig Wirten-Initiative auch ein möglichst hohes und kompetentes Niveau der Bewertungskriterien ein besonderes Anliegen, wie Klaus Egle erklärt: „Bereits seit dem Jahr 2019, also schon lange vor Corona, haben wir als erster und bis dato einziger Gastroführer Österreichs damit begonnen, unsere Wirtinnen und Wirte mit dem Grünen Herz für Nachhaltiges Wirten auszuzeichnen. Der Auszeichnung liegt ein umfassender Kriterienkatalog zugrunde, den wir in Kooperation mit kompetenten Partnern wie etwa der BOKU Wien entwickelt haben und der die Bereiche Warenwirtschaft/Produkte, Abfallvermeidung, Klima und Umwelt, Ausstattung/Reinigung, aber auch soziale und menschliche Nachhaltigkeitsaspekte wie die Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnenführung umfasst. Derzeit sind im aktuellen Wirtshausführer 2023 rund 400 Betriebe mit dem Grünen Herz ausgezeichnet, die mit ihrem Handeln einen wertvollen Beitrag für den Klimaschutz und den Erhalt unserer Umwelt leisten. Durch das Grüne Herz und auch durch die Partnerschaft mit METRO machen wir diesen Beitrag für ein immer breiter werdendes Publikum sichtbar und schaffen damit noch mehr Bewusstsein für das von Jahr zu Jahr immer wichtiger werdende Thema Genuss mit Verantwortung.“

KEHLBERGHOF, GRAZ, STEIERMARK
Gastronomie hat ohne Nachhaltigkeit keine Zukunft, sagen Michael Winkler und Sabrina Hörbst vom steirischen Spitzenrestaurant Kehlberghof in Graz. Neben fundiertem Nachhaltigkeits-Know-how in der Betriebsführung setzen sie daher z. B. auch auf Produkte von kleinen Partnerbetrieben und Bio-Lieferanten und -Lieferantinnen aus der Region oder dem eigenen Garten.

Michael Winkler hat im Jahr 2007 gleich nach der Tourismusschule im Gasthaus Kehlberghof sein erstes Praktikum gemacht, das ihn nachhaltig positiv geprägt hat. Im Jahr 2019 ist er zurückgekommen und hat das Lokal gemeinsam mit seiner Partnerin Sabrina Hörbst vom langjährigen Betreiberpaar, Vinzenz Gruber und Roswitha Puntigam, samt einem Großteil des Teams übernommen. Die dezent mediterran angehauchte Küche ist exzellent, der Weinkeller irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelt, und im Haus herrscht ein ebenso froher wie arbeitsamer Geist. Michael Winkler hat vieles vom Vorbesitzer und der Vorbesitzerin übernommen und tüftelt doch ständig an Verbesserungen. Zugleich beweist er, wie man gleichzeitig ein guter Gastgeber und ein erfolgreicher Unternehmer sein kann und dass Teamwork in der Gastronomie das eindeutig bessere Erfolgsrezept ist als ein autoritärer Führungsstil.

HERRNHAUS, BRIXLEGG, TIROL
Direkt im Zentrum von Brixlegg nimmt das prächtige Herrnhaus seit Jahrhunderten einen traditionsreichen Rang ein. Schon Andreas Hofer hielt in dem 600 Jahre alten Haus einst Kriegsrat, heute ist der Betrieb der Wirtsfamilie Moigg ein gutbürgerliches Wirtshaus mit umfassend gelebtem Nachhaltigkeitsbewusstsein.

Das Herrnhaus in Brixlegg ist ein Gasthaus wie aus einem Märchenbuch. In dem 600 Jahre alten Haus wird Nachhaltigkeit konsequent vorgelebt – von der Küche über den Kräutergarten bis hin zum geschindelten Zwiebeldach des dritten Hausturms, das von regionalen Handwerkern aus Alpbach gefertigt wurde. Im Jahr 1416 wurde das Haus als Residenz der Tiroler Hammerherren erstmals urkundlich erwähnt, 1809 hielt Andreas Hofer hier Kriegsrat, und im Jahr 1930 übernahm die heutige Wirtsfamilie Moigg das Anwesen. Im Krieg schwer zerstört, wurde es von ihnen in vielen liebevollen Schritten zu einem Refugium der Gastlichkeit ausgestaltet, wie man es nur selten findet. Nachhaltig getragen wird der Betrieb von der ganzen Familie: In der Küche hat Junior Lukas das Zepter von Seniorchef Christian übernommen, Maximilian sorgt als leidenschaftlicher Wein-Afficionado und Sommelier für die flüssige Zuspeis, und Seniorchefin Sandra betreut nicht nur die Gäste, sondern sorgt mit ihrem zauberhaften Kräuter- und Blumengarten dafür, dass man in diesem Haus an jeder Ecke Schönes sieht. 

METRO – Nachhaltig auf allen Ebenen

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, denken wir in großen Zusammenhängen. Deshalb spielt Nachhaltigkeit in sehr vielen Bereichen unseres Unternehmens eine große Rolle: Bei unseren METRO Großmärkten setzen etwa unser umweltfreundlicher Vorzeigebetrieb in St. Pölten oder unsere Photovoltaikanlage für Solarstrom in Klagenfurt Zeichen für unsere Zukunft. Damit unsere Produkte möglichst schadstofffrei zugestellt werden können, vertrauen wir auf unsere E-Flotte mit modernsten Fahrzeugen für die Lang- und Kurzstrecke. Auch die Verpackung unserer METRO Eigenmarken haben wir optimiert, um Plastikmüll zu vermeiden. Im Rahmen des Projekts 2028 setzen wir uns gegen das Bienensterben ein oder sagen in Zusammenarbeit mit Too Good To Go und der Wiener Tafel der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. 

Da uns regionale Produkte aus Österreich ein echtes Herzensanliegen sind, haben wir unser Produktsortiment Regionah ins Leben gerufen: mit ausschließlich österreichischen Qualitätsprodukten, die in einem Umkreis von 100 Kilometern zum jeweiligen METRO Großmarkt hergestellt oder angebaut werden – viele davon von kleinen, traditionsbewussten Familienbetrieben. Auch, wenn es um Tier- und Artenschutz oder die Herkunft unserer Lebensmittel geht, denken wir konsequent nachhaltig: z. B. mit unserem Engagement für artgerechte Tierhaltung, mit Zertifizierungen nach den Vorgaben des Marine Stewardship Council (MSC) und des Aquaculture Stewardship Council (ASC) bei unserem großen Fischsortiment oder mit unserer ProTrace App, die bei Fisch- und Fleischprodukten die Rückvollziehbarkeit der Herkunft der Produkte ermöglicht.

Fotocredits: Wirtshausguide, Fischrestaurant Sicher, Studio Lou, Gasthof Herrnhaus

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