Trüffel: Ein Fund mit delikaten Folgen
Nikolaus Prokop

Mit ihrem Familienunternehmen „Appennino Food Group“ haben die beiden Brüder Luigi und Angelo Dattilo schon vor langer Zeit in Valsamoggia südwestlich von Bologna einen der renommiertesten Trüffelproduzenten Italiens gegründet. Alles begann im Jahr 1985, als sich Luigi mit siebzehn Jahren statt seines ersten Autos seinen ersten Trüffel-Spürhund wünschte – und mit dem English Pointer „Geo“ und der ersten selbst gefundenen Trüffel startete eine filmreife italienische Erfolgsstory.

Manche Unternehmensgeschichten, insbesondere in Italien, könnten beinahe den Stoff für einen Familienroman abgeben – oder auch für einen epischen Filmklassiker, wie sie einst etwa Federico Fellini oder Vittorio de Sica drehten. Denn Anno 1985 hatte Luigi Dattilo als damals Achtzehnjähriger gerade den Führerschein bestanden, und sein Vater wollte ihm, wie meist zu diesem Anlass üblich, sein erstes Auto kaufen. Doch zum großen Erstaunen seiner Familie lehnte Luigi das Angebot ab und hatte einen ganz anderen Wunsch: Statt eines Autos wünschte er sich einen Trüffel-Spürhund, und schon bald zog der Teenager mit seinem English Pointer namens „Geo“ durch die Wälder und Hügel des nördlichen Apennin bei Bologna, auf der Suche nach seiner allerersten Trüffel. 

Als lernbegieriger Autodidakt schaffte es Luigi bald, sich selbst das nötige Know-how als Trüffel-Experte anzueignen und aus seiner Passion ein kleines Business hochzuziehen, das bei den Restaurants und Trüffel-Gourmets der Region schnell einen ausgezeichneten Ruf hatte. Nur zehn Jahre später, Mitte der neunziger Jahre, machte die rapide steigende Nachfrage das erste größere Lagerhaus südlich von Bologna nötig, und kurz darauf stieg auch Luigis Bruder Angelo mit ein, um das kleine, aber flott wachsende Familienunternehmen komplett zu machen. Angelo sorgte für die Übersiedelung ein paar Kilometer weiter nordwestlich nach Monteveglio an einen noch größeren Standort, bald darauf folgte der Durchbruch im größeren Maßstab und damit auch das erste Sortiment an konservierten Trüffel-Produkten wie Sughi und Saucen, da man nicht nur alleine auf die Vermarktung von frischen Trüffeln setzen wollte.

„Die Situation bei der Ernte von frischen Trüffeln ist von Jahr zu Jahr jedes Mal schwer vorhersehbar. Deshalb setzen wir bei unserem Sortiment schon seit langem neben frischen Trüffeln zugleich auch auf hochwertige, haltbare Trüffel-Gourmetprodukte.“

Luigi Dattilo

In den kommenden Jahrzehnten ließen sich die beiden Brüder schließlich am heutigen Firmensitz in Savigno nieder und benannten ihr Unternehmen Appennino Food Group selbstverständlich ganz patriotisch nach ihrer Heimatregion. Und da ihre exzellenten Trüffel längst auch in internationalen Sternerestaurants heiß begehrt waren, hat die Appennino Food Group mittlerweile auch nach Übersee expandiert. Neben dem Hauptsitz in Italien mit rund sechzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreiben die Trüffel-Experten heute in Singapur eine Auslandsniederlassung sowie in Miami eine operative Niederlassung mit Lagerverwaltung, die 2021 gegründet wurde. Und auch in Dubai ist das Unternehmen heute präsent, wo ein fester Mitarbeiter eine weitere Auslandsniederlassung betreut.

Allerdings: Trotz des äußerst erfolgreichen Unternehmenswachstums ist die Trüffel zwar ein überaus begehrtes, zugleich aber auch ein rares und bedrohtes Produkt. Denn der Klimawandel geht auch am globalen Trüffelmarkt keineswegs spurlos vorüber: Trüffelproduzenten ebenso wie Trüffel-Fans ist das Katastrophenjahr 2017 noch in schmerzlicher Erinnerung, als anhaltende Dürreperioden in Italien die Trüffelernte um bis zu 90 Prozent minimierten und die Preise für weiße Trüffel in Spitzenqualität auf ein Rekordhoch von bis zu 4.500 Euro pro Kilo steigen ließen. „Die Situation auf dem Trüffelmarkt ist von Jahr zu Jahr aufs Neue äußerst spannend und nur schwer vorhersehbar“, umreisst Luigi Dattilo die unberechenbare Ertragssituation bei der Trüffelernte, „deshalb setzen wir bei unserem Sortiment schon seit langem neben frischen Trüffeln zugleich auch auf hochwertige, haltbare Trüffel-Gourmetprodukte. Diese basieren auf sorgfältig und behutsam konservierten Trüffeln, die wir mit viel Know-how sehr schonend verarbeiten, und die Trüffelfans deshalb höchsten Genuss auch abseits der jeweils aktuellen und saisonalen Trüffel-Marktlage bieten – und die überdies auch hervorragend für die Vorratshaltung geeignet sind, für Feinschmecker-Haushalte genauso wie für die Gastronomie.“ Denn die Trüffel ist nun einmal ein notorisch kapriziöser Pilz, der sich mit wenigen Ausnahmen und vor allem bei den exklusiven Sorten wie der besonders kostbaren weiße Trüffel der industriellen Kultivierung konsequent verweigert. Daher müssen sie zumeist auch heute noch traditionell in mühsamer Handarbeit, speziell während der Haupterntezeit in den den Herbst- und Wintermonaten, im Wald gesucht und geerntet werden – ganz so wie es Luigi Dattilo mit seinem treuen Trüffelhund Geo schon in seinen Pioniertagen vor bald vierzig Jahren tat und vor ihm unzählige Generationen von Trüffeljägern, die „Cacciatori di tartufi“, wie sie in Italien heißen.

Von Jahr zu Jahr herausfordernder ist die Trüffelsuche nicht nur deshalb, weil die Pilze sehr empfindlich darauf reagieren, wie viel Regen im Sommer vor der Ernte fällt – schließlich bestehen Trüffel selbst zu rund 80 Prozent aus Wasser und benötigen daher den richtigen Grad an Feuchtigkeit, um zu gedeihen. Denn zu befürchten ist auch überdies, dass der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten die Trüffelvorkommen in vielen Regionen stark zurückgehen lassen wird. „Bis zum Jahr 2071 werden viele Klimazonen, in denen heute noch reichlich schwarze Trüffel zu finden sind, mit hoher Wahrscheinlichkeit für Trüffelvorkommen ungeeignet sein“, prophezeit etwa Paul Thomas, ein auf Pilze fokussierter Wissenschaftler an der Universität von Stirling in Großbritannien. „Und es wird nicht allzu viel geben, was wir dagegen tun können, da gemeinsam mit dem Klimawandel in diesen Regionen wahrscheinlich auch das Wasser knapper werden wird – dem Trüffelmarkt der Zukunft steht also eine äußerst spannende Zukunft bevor.“ Doch bis es in knapp fünfzig Jahren möglicherweise soweit ist, gibt es aktuell daher umso mehr Grund, sich an den Produkten von Luigi und Angelo Dattilo zu erfreuen – einerseits natürlich an ihrem exzellenten frischen Trüffel-Sortiment, denn ihre regionale Apennin-Trüffel, auch bekannt als „Tartufo dell’Appennino“, ist ein bemerkenswertes Qualitätsprodukt des Hauses, dessen Sortiment je nach Saison und Verfügbarkeit von schwarzen Sommer-, Herbst- und Wintertrüffeln über kostbare, hoch exklusive weisse Trüffel bis zu ihrem deutlich erschwinglicheren Cousin, der etwas weniger raffinierten, aber ebenfalls äußerst delikaten Bianchetto-Trüffel mit ihren charakteristischen Knoblaucharomen reicht.

Andererseits jedoch ist die Appennino Food Group natürlich schon seit Jahrzehnten für ihre aussergewöhnlichen Trüffel-Gourmetprodukte bekannt, deren umfangreiches Sortiment von verschiedensten Trüffelsaucen, Trüffelölen und Trüffelsalzen über diverse Trüffelaufstriche (z.B. mit Pecorino, mit Parmigiano Reggiano, mit lombardischem Fontal Käse, mit Artischocken oder auch pur) bis zu Spezialitäten wie geklärter Trüffelbutter, in Olivenöl konservierten oder gefriergetrockneten Trüffelscheiben in verschiedenen Sorten, Trüffelpasta, getrüffeltem Akazienhonig und last but not least auch feinsten getrüffelten Schokoladensorten reicht. Hier kommt Angelo Dattilos nahezu wissenschaftliches Talent besonders zur Geltung, denn er ist als hauseigener Mykologe nicht nur für die Pilzforschung zuständig, sondern auch für die Produktentwicklung und Produktion: „Die größte Herausforderung für uns ist die Verarbeitung erstklassiger frischer Trüffeln zu haltbaren Produkten, in denen das Aroma unverfälscht lebendig und erlebbar bleibt“, erklärt Angelo die technischen Feinheiten der Verarbeitungstechnologie, bei der die Appennino Food Group auf modernste Verfahrenstechnik setzt: Erst vor wenigen Jahren investierte das Unternehmen in großem Umfang in absolute Pioniertechnologie, welche die rohen Trüffeln bei den absolut niedrigstmöglichen Temperaturen verarbeitet und die so genannten organoleptischen Eigenschaften des Ausgangsprodukts – also Geruch, Geschmack und Konsistenz, aber auch Aussehen und Farbe – vollständig erhält. Oder ganz einfach und unwissenschaftlich erklärt: Behutsam im Glas konservierte Trüffeln von Appeninno Food schmecken heute nahezu genauso frisch, intensiv und aromatisch wie die allersten Trüffeln, die Luigi Dattilo als Siebzehnjähriger bei seiner ersten Suche vor achtunddreißig Jahren fand.

Zutaten erhältlich bei METRO.

Jakobsmuscheln mit Trüffelbutter auf Fenchel-Rote-Bete-Püree

Seafood 60 Minuten

Zubereitung:

1 Fenchel putzen und in Stücke schneiden. Kartoffeln und rote Bete schälen und in Würfel schneiden.

2 Alle Gemüse in Salzwasser weich kochen, dabei unterschiedliche Garzeiten beachten. Fertig gekochtes Gemüse abtropfen lassen und mit 1 EL nativem Olivenöl extra im Blender zum feinen, festen Püree mixen. Nach Geschmack salzen und warmhalten.

3 Jakobsmuscheln ohne Schale unter fließendem kaltem Wasser waschen, abtropfen lassen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. 

4 Eine beschichtete Pfanne erhitzen, Appennino Food Group Trüffel Butterschmalz hinzufügen und die Jakobsmuscheln goldbraun anbraten (1 Minute pro Seite).

5 Etwas salzen und auf einem Sockel von Fenchel-Rote-Bete-Püree auf vorgewärmten Tellern anrichten. Mit Rote-Bete-Sprossen und etwas grob gemahlenem Buntem Pfeffer garnieren und servieren.

Zutaten für 4 Portionen

12 Jakobsmuscheln ohne Schale
200 g Fenchel
80 g Kartoffeln
30 g Rote Bete
20 g Appennino Food Group Trüffel Butterschmalz
Extra natives Olivenöl
Salz und Bunter Pfeffer

gourMETRO
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Fotocredits: Appennino Food, Stocksy, Stockfood

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